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APOTHEKE | Medienspiegel & Presse |
Die gesundheitspolitische Arbeitsgruppe von Union und SPD hat ein Positionspapier zur Zukunft der Apotheken vorgelegt. Es enthält erste Signale des politischen Entgegenkommens, bleibt jedoch in zentralen Fragen unkonkret. Weder zur Honoraranpassung noch zu strukturellen Reformen oder zur langfristigen Absicherung der Versorgung werden verbindliche Aussagen getroffen. Der Bericht beleuchtet die Inhalte des Papiers, die Reaktionen aus der Branche und die offenen Fragen für die nächste Bundesregierung.
Das gemeinsame Positionspapier der Arbeitsgruppe Gesundheit von CDU/CSU und SPD zur Lage der Apotheken markiert einen bemerkenswerten politischen Impuls, der allerdings hinter den Erwartungen vieler Apothekerinnen und Apotheker zurückbleibt. In dem Papier wird erstmals in einer parteiübergreifenden Weise anerkannt, dass die Apothekenversorgung in Deutschland unter hohem Druck steht und strukturelle Anpassungen notwendig sind. Dennoch bleibt der Vorschlag in zentralen Fragen vage und unverbindlich. Die tatsächliche Entlastungswirkung ist bislang nicht absehbar.
Kernstück des Papiers ist die Absicht, das Fixhonorar für rezeptpflichtige Arzneimittel anzupassen. Dieses liegt derzeit bei 8,35 Euro und ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen Apothekenvertretern und dem Bundesgesundheitsministerium. Die Arbeitsgruppe erkennt an, dass dieses Honorar der realen Kostenentwicklung nicht mehr gerecht wird und eine Anpassung zur Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung erforderlich ist. Wie hoch diese Anpassung ausfallen soll und ob eine Dynamisierung vorgesehen ist, bleibt jedoch offen.
Die Formulierungen des Papiers bleiben weitgehend unpräzise. So ist zwar die Rede von einer stärkeren politischen und gesellschaftlichen „Wertschätzung“ der Apothekenarbeit, doch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation oder zur Reduzierung bürokratischer Belastungen werden nicht benannt. Auch zur Finanzierung pharmazeutischer Dienstleistungen, die zuletzt mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit eingeführt wurden, äußert sich das Papier nur am Rande – und ohne Aussagen zur langfristigen Absicherung dieser Leistungen im Regelbetrieb.
Die politischen Initiatoren betonen die Bedeutung wohnortnaher Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, und sprechen sich gegen eine rein digitale oder zentralisierte Arzneimittelversorgung aus. Damit wird eine bewusste Abgrenzung zu Reformvorschlägen des aktuellen Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach erkennbar, dessen Entwurf für ein Apothekenreformgesetz als zu technokratisch, marktzentriert und apothekerfern kritisiert wurde. Dennoch enthält das neue Papier keine klare Absage an strittige Elemente wie den Versandhandel oder eine Lockerung der Apothekenbetriebsordnung.
Branchenintern wird das Papier als ambivalentes Signal gewertet. Einerseits begrüßen Apothekerverbände die sprachliche Aufwertung ihrer Berufsgruppe und das parteiübergreifende Bekenntnis zum Erhalt des bestehenden Apothekennetzes. Andererseits wird bemängelt, dass essenzielle Aspekte wie eine verlässliche Investitionssicherheit, der Umgang mit Lieferengpässen, die Nachwuchsförderung im pharmazeutischen Bereich sowie die Digitalisierung nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
Besonders kritisch sehen Fachkreise die fehlende gesetzgeberische Verbindlichkeit. Zwar soll das Papier als Grundlage für ein künftiges Reformgesetz dienen, doch bislang existiert kein konkreter Gesetzesentwurf. Die Umsetzung der angedeuteten Maßnahmen hängt daher maßgeblich vom gesundheitspolitischen Kurs der nächsten Bundesregierung ab. Auch die Wahl des nächsten Gesundheitsministers wird entscheidend dafür sein, ob das Papier lediglich als politisches Signal oder als Auftakt für eine umfassendere Neuausrichtung des Apothekenwesens zu verstehen ist.
Angesichts wachsender wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Personalengpässe und der Abwanderung qualifizierter Fachkräfte sehen sich viele Apotheken bereits heute in ihrer Existenz bedroht. Das Papier kommt daher spät – und aus Sicht vieler Betroffener zu vorsichtig. Es enthält gute Ansätze, aber zu wenig konkrete Perspektive.
Das neue Gesundheitspapier von CDU/CSU und SPD ist ein typisches Produkt parlamentarischer Kompromissfindung: Es benennt Missstände, skizziert Handlungsfelder, bleibt aber in der Umsetzung unscharf. Nach Jahren gesundheitspolitischer Vernachlässigung bedeutet es zweifellos einen Fortschritt, dass die Apothekenversorgung erstmals wieder auf der politischen Agenda auftaucht – und das parteiübergreifend. Doch genau darin liegt auch ein Risiko: Wer die Probleme benennt, weckt Erwartungen. Wer sie dann nicht erfüllt, beschädigt das Vertrauen nachhaltig.
Die Arbeitsgruppe hat es versäumt, die anstehenden Fragen mit der gebotenen Klarheit zu beantworten. Die Situation der Apotheken ist keine abstrakte Herausforderung für spätere Legislaturperioden – sie ist ein drängendes Problem der Gegenwart. Jede dritte Apotheke in ländlichen Regionen steht vor der wirtschaftlichen Belastungsgrenze. Gleichzeitig fehlen Perspektiven für junge Pharmazeuten, die sich selbstständig machen wollen. Die vorgesehene Honorarerhöhung ohne konkrete Zahlen ist ein symbolischer Schritt, aber kein wirtschaftliches Signal. Es fehlt ein Plan, der diesen Schritt auch langfristig trägt.
Auch die fehlende Positionierung zur Reformagenda des Bundesgesundheitsministeriums ist bezeichnend. Zwar wird eine moderate Kurskorrektur erkennbar, aber es fehlt der Mut, sich klar von Ideen wie dem Versandhandelsausbau oder einer „Apotheke light“ zu distanzieren. Das Papier bemüht sich um Harmonie statt Führung. Doch wer das Apothekensystem erhalten will, muss bereit sein, Prioritäten zu setzen und Konflikte auszutragen.
Entscheidend wird sein, ob die kommende Bundesregierung den Mut hat, aus den vagen Ansätzen ein belastbares Gesetz zu entwickeln. Ein Gesetz, das nicht nur Symptombehandlung betreibt, sondern auch strukturelle Weichen stellt – für Honorar, Nachwuchs, Digitalisierung und Versorgungssicherheit. Die Apotheken brauchen keine Vertröstung, sie brauchen Verlässlichkeit. Die Chance, hier einen Wendepunkt zu markieren, ist da. Ob sie genutzt wird, ist allerdings ungewiss.
Von Engin Günder, Fachjournalist
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